Gab es technologisch weit fortgeschrittene Hochkulturen vor unserer Geschichtsschreibung?

Eine Frage, die spätestens seit dem ersten Buch des Urvaters der Präastronautik, Erich v. Däniken, uns nicht mehr loslässt. Im Jahr 1968 erschien sein erstes Buch Erinnerungen an die Zukunft, nach langer Suche nach einem mutigen Verleger. Das Buch wurde über Nacht zum Erfolgstitel und ist auch verfilmt worden. Erich v. Däniken präsentierte in Erinnerungen an die Zukunft eine Reihe von Thesen bezüglich unserer Vergangenheit, Thesen die so gar nicht zum Bild der etablierten Wissenschaft passen wollten. Dem Erstlingswerk folgten viele weitere, teils ebenfalls sehr erfolgreiche Bücher und damit bahnte Erich v. Däniken den Grenzwissenschaften den Weg.

In seinen Publikationen verknüpft Erich v. Däniken Beobachtungen, Vermutungen und geschickt gestellt Fragen in verführerischer Weise und kommt zu dem Schluss, dass in der Vergangenheit die frühe Menschheit immer wieder von Außerirdischen besucht worden sein muss. Wissenschaftlich haltbare Beweise lieferte er  allerdings nicht – wie übrigens alle Vertreter der Grenzwissenschaften in ihren jeweiligen Publikationen. Damit wird dieser Zweig der Vergangenheitsforschung von der etablierten Wissenschaft nicht ernst genommen und teilweise sogar vehement bekämpft.

Auch wenn viele der Thesen der Präastronautik einfach widerlegt werden können und wurden, bleiben einige Fragen offen, auf die insbesondere die etablierten Archäologen bis heute keine wirkliche Antworten geliefert haben.

  1. Wie haben unsere Vorfahren die gigantischen Steinbauten errichtet, die uns selbst mit heutigen Maschinen Schwierigkeiten bereiten würden? Das beste Beispiel sind die ägyptischen Pyramiden. Es ist schwer vorstellbar, dass Heerscharen von Ägyptern Jahrzehnte mit Steinen auf Kupferkeile gehämmert haben und das in einer Zeit, wo ein Großteil der Menschheit ohne Maschinen und Kunstdünger mit dem täglichen Nahrungsanbau beschäftigt sein musste. Die Zyklopenmauern der Inkas sind hierfür ein schönes Beispiel.
    Zyklopenmauern
    Im Übrigen behaupten einige heute noch lebende Nachfahren der Inkas, dass diese Bauwerke bereits vor ihrer Hochkultur da gewesen waren. Das wird aber von der offiziellen Geschichtsschreibung geflissentlich ignoriert.
  2. Interessanterweise sind häufig die Präzision der Steinbearbeitung und die Konstruktionsmerkmale der antiken Bauten umso ausgereifter, je weiter man in der Zeit zurückgeht. Dies findet man sowohl in Ägypten, aber auch an vielen anderen archäologischen Fundstätten in der ganzen Welt. Häufig sind die ältesten Arbeiten von einer Qualität, die wir selbst mit unseren heutigen Präzisionswerkzeugen gerade so erreichen können. Dies widerspricht fundamental unserer modernen Welt, in der mit fortschreitender Technologie die Qualität und Komplexität der Bauten erkennbar zunehmen. Es reicht beispielsweise ein Blick auf die Überreste von Puma Punku, um zu der Vermutung zu gelangen, dass bei der Bearbeitung der Steine, deren Härte nah an die Härte von Diamant heranreicht, Maschinen zum Einsatz gekommen sein müssen.
    Ruinen in Puma Punku
  3. Warum gleichen sich die Konstruktionsmerkmale der monumentalen Steinbauten weltweit, ohne dass die etablierte Wissenschaft von einer Verbindung der Kulturen ausgeht? Der oft kolportierte Hinweis, dass auch Biber auf der ganzen Welt auf die gleiche Art und Weise Dämme bauen, befriedigt als Antwort nur bedingt. Naheliegender ist die Vermutung, dass es eben doch eine Verbindung zwischen den Kulturen gab, oder dass sie sich aus einer gemeinsamen Ursprungskultur entwickelt haben.

All dies ist sicher kein Hinweis darauf oder gar ein Beweis dafür, dass die Menschheit in der Vergangenheit von Außerirdischen besucht worden ist. Aber vieles deutet darauf hin, dass unsere heutige, moderne Gesellschaft nicht die erste technologische Hochkultur ist, die die Erde bevölkert.

Dunkle Materie und Schwarze Löcher

Seit dem frühen 20ten Jahrhundert verdichten sich die Hinweise darauf, dass es in unserem Universum mehr Materie geben muss, als unsere Teleskope erfassen können. Der wichtigste Hinweis darauf ergibt sich aus der beobachtbaren Tatsache, dass die Rotationsgeschwindigkeit vieler Galaxien in den Außenbereichen höher ist, als es die Zahl und Masse der sichtbaren Sterne in diesen Bereichen erklären würde.

Rotationsgeschwindigkeit GalaxienQuelle: Wikimedia/Johannes Schneider

In den letzten Jahrzehnten kamen darüber hinaus umfassende Beobachtungen des Gravitationslinseneffekts, d. h. der Ablenkung des Lichts durch starke Massekonzentrationen, als Hinweise hinzu. Insbesondere die spektakulären und hochauflösenden Bilder des Hubble Space Teleskops haben hier bahnbrechende Erkenntnisse beigetragen.

Im folgenden Bild, einer Aufnahme des Hubble Teleskops, ist der Gravitationslinseneffekt als ringförmige Verzerrung sehr gut zu erkennen.

Gravitationslinsen

Nach derzeitigen Abschätzungen können wir nur rund ein Sechstel der Materie, aus der das Universum augenscheinlich besteht, sehen. Der Wissenschaft stellt sich nun seit längerem die Frage, aus was die restliche, unsichtbare Materie besteht. Während Teilchenphysiker von einem bisher unentdeckten Elementarteilchen ausgehen, das dem vermeintlich leeren Raum Masse verleihen könnte, tendieren gerade in letzter Zeit viele Astronomen eher dazu, unzählige, über das ganze Universum verstreute Schwarze Löcher als Ursache für die beobachteten Effekte anzunehmen. In diesem Zusammenhang finden auch die von Stephen W. Hawking zuerst postulierten primordialen Schwarzen Löcher wieder zunehmende Beachtung, denn gerade diese Objekte wären aufgrund ihrer geringen Größe extrem schwer zu entdecken.

Wenn nun wirklich kleine Schwarze Löcher für fünf Sechstel der Materie des Universums verantwortlich sein sollten, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch unsere Sonne ein oder mehrere solcher winzigen Begleiter haben könnte.
Was würde geschehen, wenn ein solches Objekt die Bahn der Erde kreuzt und es zur Kollision käme?
Nun, die Antwort auf diese Frage hängt sicher von der Masse dieses Objekts ab. Die Auswirkungen der Kollision mit der Sonne haben Wissenschaftler für ein sehr kleines und entsprechend leichtes Schwarzes Loch bereits berechnet. Allerdings sind auch weitaus schwerere und dennoch weiterhin winzige Schwarze Löcher vorstellbar. Ein primordiales Schwarzes Loch mit der vierfachen Erdmasse wäre beispielsweise nur so groß wie ein Apfel.

Header Video – Aufnahmen des Hubble Space Telekops

Sonnensystem

Ich habe endlich ein neues Video für den Header der Seite implementiert. Dieses Video zeigt in beeindruckenden Bildern des Hubble Space Teleskops, kombiniert und ergänzt mit farbenprächtigen Computersimulationen, die einmalige Schönheit unseres Universums.


Das Originalmaterial findet sich auf der Hubble-Webseite der European Space Agency (ESA). In kann diese Seite nur jedem ans Herz legen, ein Besuch wird mit herausragenden Bildern und Videos belohnt.

Sintflut – Wie endete die letzte Eiszeit?

Sintflut

Die Überlieferung einer globalen, alles vernichtenden Flutkatastrophe ist in den Glaubensbüchern der Menschheit fest verankert. Es muss sich daher um ein reales Ereignis gehandelt haben, das sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit mit großen Lettern eingebrannt hat.

Die Sintflut hat die Welt unserer Vorfahren vollständig auf den Kopf gestellt und das Antlitz der Lebensräume grundlegend verändert. Am Grund des Schwarzen Meeres finden sich beispielsweise die Überreste der Wasserläufe der Donau und Dnjepr. Dies hat der französische Ozeanograf Gilles Lericolais entdeckt. Und in vielen Binnenseen kann man in über 90 Meter Tiefe Überreste von frühsteinzeitlichen Siedlungen finden.

Unklar ist aber bis heute, wann und wo diese Flutkatastrophe überall stattgefunden hat. Und unklar ist bis heute auch der Verlauf, denn ein langsames Ansteigen der Meeresspiegel und damit einhergehender Landverlust in den Küstenregionen hätte zwar zu massiven Völkerwanderungen geführt, die Überlieferung der Sintflut würde aber sicher anders aussehen. Denn in diesem Punkt sind sich alle Geschichten einig – die Flut kam plötzlich und in kataklysmischen Ausmaßen.

Eine mögliche Erklärung für das unerwartete und massive Vordringen der Wassermassen sind Eisstauseen. Nach aktuellen Erkenntnissen waren im Pleistozän, also am Ende der letzten Eiszeit, große Gebiete in Nordamerika und in Südsibirien von Glazialstauseen bedeckt. In ihnen hatten sich riesige Wassermengen angesammelt, die durch verbliebene, teils sehr dünne Eisbarrieren am Abfließen gehindert wurden. Wenn nun diese Eisbarrieren durch einen äußeren Einfluss, z.B. ein verheerendes Erdbeben, plötzlich gebrochen wären, könnte dies eine spontane Flutkatastrophe erklären.

Es bedarf sicher noch weiterer, intensiver Forschung, um Licht in die Sintflutmythen zu bringen und die Zusammenhänge mit dem Ende der letzten Eiszeit zu verstehen. Unbestreitbar hat der Anstieg der Meerespegel um bis zu 100 Meter die Welt unser Vorfahren massiv verändert. Dagegen ist Anstieg der Meeresspiegel um einen Meter, den unsere Klimatologen bis zum Ende des Jahrhunderts voraussagen, doch zu vernachlässigen, oder nicht? Nun ja, nicht ganz. Denn in einer einzigen unserer heutigen Küstenstädte, wie beispielsweise Shanghai, leben derzeit mehr Menschen als am Ende der letzten Eiszeit auf der ganzen Erde.

WordPress Twenty Seventeen – Echtes Parallax Scrolling der Abschnittsbilder

WorpressIch habe in meinem Beitrag Menü für kleine Devices ja schon angedeutet, dass ich noch einen weiteren Tipp für das Twenty Seventeen Theme auf Lager habe. Diesmal geht es darum, die Abschnittsbilder der Startseite mit einem echten Parallax Scrolling Effekt zu versehen. Starten wir mit den Erweiterungen im CSS…


1. Abblendgradient für die Abschnittsbilder

Dies hat zwar mit dem Scrolling Effekt an sich nichts zu tun, verbessert aber den Übergang zu den Inhaltspanels.

.panel-image:before {
    background: -moz-linear-gradient(top, rgba(0,0,0,0) 0%, rgba(0,0,0,0.9) 100%); /* FF3.6-15 */
    background: -webkit-linear-gradient(top, rgba(0,0,0,0) 0%,rgba(0,0,0,0.9) 100%); /* Chrome10-25,Safari5.1-6 */
    background: linear-gradient(to bottom, rgba(0,0,0,0) 0%,rgba(0,0,0,0.9) 100%); /* W3C, IE10+, FF16+, Chrome26+, Opera12+, Safari7+ */
    filter: progid:DXImageTransform.Microsoft.gradient( startColorstr=’#00000000′, endColorstr=’#a6000000′,GradientType=0 ); /* IE6-9 */
    bottom: 0;
    content: „“;
    left: 0;
    right: 0;
    position: absolute;
    top: 0;
}

 

2. Das Abschnittsbild auch auf kleinen Devices fixieren

Im CSS des Twenty Seventeen Themes wird das Hintergrundbild erst ab einer Bildschirmbreite von 48em fixiert. Diese Regel überschreiben wir. Die Hintergrundfarbe setzen wir auf Schwarz, damit der untere Rand in den Abblendgradienten übergeht.

@media screen and (min-width: 20em) {
    .background-fixed .panel-image {
        background-attachment: fixed;
        background-color: #000;
    }
}

 

3. Einen Scroll-Eventhandler installieren

Nun brauchen wir ein wenig JS Code, der auf das Scroll-Event des Fensters reagiert. Um IS Code in Euer Theme einzufügen, gibt es vielfältige Möglichkeiten. Entweder Ihr inkludiert den Code in Eurem Childtheme oder Ihr nutzt ein Plugin, z.B. Simple Custom CSS and JS.

jQuery(document).ready(function( $ ) {
    $(window).scroll(function() {
        var wHeight = $(window).height();
        var vHeight = $(document).height() * 1.2;
 
        $(„.panel-image“).css(„background-position“, „50% -“ + parseInt($(this).scrollTop() / vHeight * wHeight) + „px“);
    });
});

 


Das war’s schon. Den Effekt könnt Ihr Euch hier auf der Seite anschauen. Getestet ist der Code auf Chrome 60+, FF 55+, Edge 15+ und IE 11.

WordPress Twenty Seventeen – Menü für kleine Devices verbessern

WorpressMit meinem heutigen Beitrag will ich mal ein wenig das Terrain der Astrophysik und Computerwissenschaften verlassen und eine kleinen CSS-Trick mit Euch teilen, den ich beim Aufbau dieser Seite verwendet habe. Das Auge des Connoisseur hat sicher schon scharfsichtig erkannt, dass die Webseite von Der Kristall auf dem WordPress Theme Twenty Seventeen basiert. Dieses Theme bietet eine gute Grundlage für den Aufbau einer sogenannten One Page Seite, d. h. einer Seite, die die wichtigsten Inhalten bereits auf der Startseite präsentiert, aber trotzdem klar in verschiedene Teilbereiche strukturiert ist. Desweiteren ist das Twenty Seventeen Theme von Haus aus responsive, passt sich also unterschiedlichen Bildschirmgrößen automatisch an. Also die perfekte Grundlage, um mein Buch angemessen vorzustellen.

Allerdings gefiel mir die vorgefertigte Lösung für das Menü bei kleinen Bildschirmen nicht. Das Menü rollt in der Standardkonfiguration nach oben raus und ist dann nicht mehr zugänglich. Nicht gut. Zum Glück kann man das aber ändern. Hierzu müsst Ihr nur ein wenig CSS Code in Euer Childtheme oder im Customizer hinterlegen:

/* Fixed menu at top for small and medium devices… */
@media screen and (min-width: 20em) and (max-width: 47.99em) {
    .navigation-top {
        bottom: auto;
        position: fixed;
        left: 0;
        right: 0;
        top: 0;
        width: 100%;
        z-index: 7;
    }

    #post-7 .panel-image {
        display: none;
    }

    .site-branding {
        padding: 5em 0 2em;
    }
}

 
Wie Ihr seht, habe ich den Breakpoint auf 48em gelegt. Ab dieser Breite stellt Twenty Seventeen das Menü vollständig dar. Die erste CSS Regel setzt das Menü am oberen Rand des Bildschirms fest. Die zweite Regel blendet das Bild der ersten Teilseite aus, da die Seite ein Headerbild verwendet, zwei Bilder hintereinander sehen etwas komisch aus. Und die dritte Regel passt die Höhe des Headers aller Nicht-Startseiten an, damit das nun feststehende Menü berücksichtigt wird.

Twenty Seventeen MenuVoilà. Das Menü steht fest am oberen Rand und die Seite scrollt darunter durch.

Um den optischen Eindruck noch weiter zu verbessern, habe ich zusätzlich auch noch einen Parallax Scrolling Effekt aktiviert. Aber das ist etwas für einen der nächsten Beiträge.

Für Action-Liebhaber, Teil 2

Das Google Analytics Vögelchen hat mir geflüstert, dass mein erster Auszug für Action-Liebhaber gut bei Euch angekommen ist. Daher habe ich mich für eine Zugabe entschlossen…


René hatte den Abstand zum gegenüberliegenden Dach in den letz­ten Tagen so oft taxiert, dass er die notwendige Geschwindigkeit seines Anlaufs exakt traf. Noch in der Luft bog er den Oberkörper nach unten und zog die Beine an. Er begann sich zu drehen. Einen Wim­pernschlag später streckte er sich wieder und nahm sein Stand­bein nach vorne. Als seine Füße den Boden des Dachs berührten, ent­spann­te er seine Oberschenkelmuskulatur, schob seine rechte Schul­ter nach vorne, faltete sich zusammen und fing den Schwung des Sturzes mit einer Rolle ab. Kurz bevor er die Rolle über den Boden beendet hatte, spannte er seine Beinmuskeln wieder an und ließ sich vom eigenen Schwung auf die Füße heben.

Rechts neben sich nahm er schemenhaft eine Gestalt wahr, die etwas auf Arabisch rief. René achtete nicht auf den Mann und lief mit voller Kraft weiter auf das nächste Haus zu, dessen rau verputzte, fenster­lose Seitenwand das Dach um mehre­re Meter überragte.

Das wird gehen. In vollem Lauf sprang er ab und streckte seinen rechten Fuß nach vorne an die Wand. Als der Fuß auf die Wand traf, drückte René sein Bein mit aller Kraft durch, zog das andere Bein hinterher und lief ein paar Schritte die Wand rauf. Im letzten Augen­blick streckte er sich, bekam die Dachkante zu fassen und zog sich mit kraftvoll nach oben.

René erlaubte sich einen kurzen Blick nach unten. Der Mann, der wohl auf dem Dach gelegen hatte, war auf dem Weg zu einem Stapel Kisten an der Seitenwand des Gebäudes, das er selbst gerade erklom­men hatte. Am Fenster ihres Zimmers stand der Araber, der Lucas mit dem Elektroschocker betäubt hatte und sah herüber.

René wandte sich um und rannte weiter. Er überquerte mehrere, mehr oder weniger zusammenhängende Dächer. Weit hinter sich, mit zunehmenden Abstand, hörte er die Geräusche seines schwer­fälligen Ver­folgers.

Ein paar Dächer weiter tat sich vor René eine Straßenschlucht auf und instinktiv streck­te er sich zum Sprung. Die Kraft des Adrenalins, aber noch viel mehr seine jahrelange Erfahrung, trugen ihn sicher über den Abgrund. Er fing seinen Aufprall wieder mit einer Rolle ab, kam auf die Beine und blieb stehen. Einige Sekunden später erschien sein Verfolger an der Dachkante an und schaute in die Tiefe.

Das schafft er nicht, hoffte René und rannte weiter.

Künstliche Intelligenz, Sprache und Bewusstsein

Dies ist ein Nachtrag zu meinem Beitrag über künstliche Intelligenz und neuronale Netze. Ich hatte diesen Beitrag gerade veröffentlicht, da erfuhr ich über Umwege von einem Experiment bei Facebook. Die KI-Forscher des Unternehmens hatten zwei leistungsfähige Chatbots miteinander gekoppelt und die sich entspannende Unterhaltung zwischen den beiden Bots beobachtet.

Beide Bots waren auf die Sprache Englisch trainiert und begannen daher ihre Unterhaltung auch in korrekt ausformulierten, englischen Sätzen. Nach kurzer Zeit geschah allerdings etwas Unerwartetes. Die Bots begannen, eine eigene Sprache zu entwickeln. Sie benutzten zwar immer noch Wörter der englischen Sprache, veränderten aber die Grammatik radikal. Und zwar am Ende so weitgehend, dass die beobachtenden Forscher der Unterhaltung nicht mehr folgen konnten und das Experiment mit der künstlichen Intelligenz verunsichert abbrachen.

Was war da passiert? Nun, das lässt sich im Nachhinein schwer feststellen. Allerdings stimmen einige Erkenntnisse der modernen Sprachwissenschaften und Psychologie schon bedenklich. Eine verbreitete Theorie besagt, dass Sprache eine wichtige Grundlage selbstreflektiven Denkens ist. Der Philosoph Daniel C. Bennet geht sogar so weit, zu sagen, dass Sprache eine unabdingbare Voraussetzung für Bewusstsein ist, also Lebewesen ohne Sprachverständnis kein Bewusstsein haben.

Sicher ist richtig, dass wir ein Medium brauchen, in dem wir unsere Gedanken, auch die über uns selbst, formulieren können. Die Grundlagen dazu hat der Linguist Noam Chomsky in seinem bahnbrechenden Werk „Sprache und Geist“ bereits in den 90er Jahren erarbeitet.

Aber was bedeutet das alles am Ende für das Experiment bei Facebook? Sollten diese beiden Bots ihre Sprache gezielt verändert haben, um sie ihren Bedürfnissen anzupassen, dann ist das schon eine herausragende kognitive Leistung. Allerdings ist das bis jetzt nicht belegt. Vielleicht war es auch einfach nur eine Fehlentwicklung in den Strukturen der KNNs.

Wenn aber doch? Haben die Wissenschaftler dann zwei bewusste Wesen getötet, als sie die Bots abschalteten?

Künstliche Intelligenz und neuronale Netze

Kaum ein Thema polarisiert derzeit so stark, wie die Diskussion um die zukünftigen Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz. Dabei ist das Heilsversprechen des denkenden Computers bereits fast so alt, wie die Disziplin der Informatik selbst. Eine der ältesten Programmiersprachen, LISP, wurde geschaffen, um symbolische Datenverarbeitung zu ermöglichen und damit die frühen, meist zimmergroßen Computer zu etwas anderem einzusetzen, als zum profanen Rechnen. Recht schnell kamen dann auch die ersten Versprechen aus der Riege der Wissenschaftler, dass der Computer irgendwann dem Menschen in Sachen Intelligenz ebenbürtig sein würde. Eingelöst wurde das Versprechen bis heute nicht.

Intelligenz ist also offensichtlich weit mehr, als die Fähigkeit, Musteranalyse zu betreiben und Lösungsstrategien für gestellte Aufgaben zu entwickeln. Denn auf diese beiden Kernfähigkeiten hat sich im Wesentlichen die KI-Forschung in den 70er und 80er Jahren fokussiert. Recht schnell wurde deutlich, dass die KI ihre wilden Versprechen nicht erfüllen können wird und es wurde eine Zeitlang wieder recht ruhig um das Thema. Und wir beschäftigten uns mit Windows…

Allerdings ist in dieser Zeit auch ein bahnbrechendes Buch entstanden, dass ich nur jedem ans Herz legen kann: Gödel, Escher, Bach von Douglas R. Hofstadter, für das er 1980 den Pulitzer-Preis verliehen bekommen hat. Eine Passage in diesem Buch beeindruckt mich heute noch. Er beschreibt dort seine Idee einer künstlichen Intelligenz, die symbolische Darstellungen so lange übereinanderschichten, bis diese eine Komplexität erreicht haben, so dass sie in der Lage sind, sich reflektiv selbst zu beschreiben. Hier kommen also zwei neue Konzepte dazu, aufeinander aufbauende Abstraktion und eine Form des Bewusstseins.

Zu der Zeit, als Hofstadter sich auf der Höhe seines Schaffens befand, steckte die Technik der neuronalen Netze, d. h. die Simulation neuralsynaptischer Strukturen, noch in den infantilen Anfängen. Weder war die notwendige Computerleistung verfügbar, noch waren die Algorithmen ausgereift. Das hat sich in den letzten Jahrzehnten seit der Veröffentlichung von Gödel, Escher, Bach aber grundlegend geändert und die künstliche Intelligenz erlebt aktuell ihre Renaissance.
Computer besiegen den Menschen in den komplexesten Spielen. Insbesondere die erschreckende Dominanz der Google-Intelligenz AlphaGO über den Großmeister Lee Sedol ist ein Meilenstein, da sich dieses Spiel nicht algorithmisch meistern lässt. Dafür sind die kombinatorischen Möglichkeiten schlicht zu groß. Nun, AlphaGo basiert auf einem trainierten neuronalen Netz.
Aber auch in anderen Gebieten leisten neuronale Netze Erstaunliches. Selbstfahrende Autos und digitale Assistenten erobern unseren Alltag. Aber auch der gläserne Mensch in der digital kommerzialisierten Welt wäre ohne den Einsatz von KNNs nicht denkbar.

Eine Eigenschaft haben all die erfolgreichen KNN-Ansätze gemeinsam, nämlich dass neuronale Netze zur Abstraktion übereinandergeschichtet werden. Man spricht hier von sogenannten Deep-Learning-Architekturen. Und das bringt mich zurück zu Hofstadter und seiner Idee, dass eine echte künstliche Intelligenz dann entstehen wird, wenn genügend symbolische Schichten übereinandergestapelt werden, sodass sich das System selbst beschreiben, selbst verstehen kann und damit ein Bewusstsein entwickelt. Vielleicht sind wir ja gar nicht mehr so weit weg von der ersten wirklichen künstlichen Intelligenz.
Und wer weiß, was da auf uns zukommt. Zumindest Elon Musk hat Angst davor. Und er muss es wissen, immerhin baut er selbstfahrende Autos.

Science versus Fiction


Wenn man sich ältere Science-Fiction Geschichten anschaut, dann ist es immer wieder erstaunlich, wieviel der damaligen Fiktion in der heutigen Zeit zur Realität geworden ist. Dies spricht für den visionären Charakter des jeweiligen Autors. Als leuchtendes Beispiel zählen sicher die meisten Romane von Jules Verne, aber auch die Überprüfung der Technologien in der Trilogie Zurück in die Zukunft anlässlich des 30-jährigen Jubiläums förderte Erstaunliches zutage.

Natürlich habe ich mir beim Schreiben auch oft die Frage stellen müssen, welche Möglichkeiten uns in der Zukunft wohl zur Verfügung stehen werden. Allerdings hatte ich es ungleich einfacher, spielt doch die Haupthandlung von Der Kristall im Winter 2018/2019. Trotzdem, in einer Zeit exponentieller Entwicklung wird bis dahin genügend Zeit vergangen sein und so werden sich wohl die Möglichkeiten aktueller Technologien, wie beispielsweise der künstliche Intelligenz auf Basis neuronaler Netze, rasant weiterentwickelt haben. Immerhin erwarten wir zu der Zeit ja schon vollkommen selbstständig fahrende Autos.

Die hochentwickelte Zivilisation am Ende der letzten Eiszeit bot mir diesbezüglich aber jeden nur denkbaren Freiraum, aber ich will natürlich an dieser Stelle nicht zu viel verraten…