Sintflut – Wie endete die letzte Eiszeit?

Sintflut

Die Überlieferung einer globalen, alles vernichtenden Flutkatastrophe ist in den Glaubensbüchern der Menschheit fest verankert. Es muss sich daher um ein reales Ereignis gehandelt haben, das sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit mit großen Lettern eingebrannt hat.

Die Sintflut hat die Welt unserer Vorfahren vollständig auf den Kopf gestellt und das Antlitz der Lebensräume grundlegend verändert. Am Grund des Schwarzen Meeres finden sich beispielsweise die Überreste der Wasserläufe der Donau und Dnjepr. Dies hat der französische Ozeanograf Gilles Lericolais entdeckt. Und in vielen Binnenseen kann man in über 90 Meter Tiefe Überreste von frühsteinzeitlichen Siedlungen finden.

Unklar ist aber bis heute, wann und wo diese Flutkatastrophe überall stattgefunden hat. Und unklar ist bis heute auch der Verlauf, denn ein langsames Ansteigen der Meeresspiegel und damit einhergehender Landverlust in den Küstenregionen hätte zwar zu massiven Völkerwanderungen geführt, die Überlieferung der Sintflut würde aber sicher anders aussehen. Denn in diesem Punkt sind sich alle Geschichten einig – die Flut kam plötzlich und in kataklysmischen Ausmaßen.

Eine mögliche Erklärung für das unerwartete und massive Vordringen der Wassermassen sind Eisstauseen. Nach aktuellen Erkenntnissen waren im Pleistozän, also am Ende der letzten Eiszeit, große Gebiete in Nordamerika und in Südsibirien von Glazialstauseen bedeckt. In ihnen hatten sich riesige Wassermengen angesammelt, die durch verbliebene, teils sehr dünne Eisbarrieren am Abfließen gehindert wurden. Wenn nun diese Eisbarrieren durch einen äußeren Einfluss, z.B. ein verheerendes Erdbeben, plötzlich gebrochen wären, könnte dies eine spontane Flutkatastrophe erklären. Und genau an dieser Stelle nimmt die Geschichte von Der Kristall ihren Anfang. Aber das ist natürlich Fiktion.

Es bedarf also noch weiterer, intensiver Forschung, um Licht in die Sintflutmythen zu bringen und die Zusammenhänge mit dem Ende der letzten Eiszeit zu verstehen. Unbestreitbar hat der Anstieg der Meerespegel um bis zu 100 Meter die Welt unser Vorfahren massiv verändert. Dagegen ist Anstieg der Meeresspiegel um einen Meter, den unsere Klimatologen bis zum Ende des Jahrhunderts voraussagen, doch zu vernachlässigen, oder nicht? Nun ja, nicht ganz. Denn in einer einzigen unserer heutigen Küstenstädte, wie beispielsweise Shanghai, leben derzeit mehr Menschen als am Ende der letzten Eiszeit auf der ganzen Erde.

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