Das künstliche Gehirn

Künstliches Gehirn
Die sogenannte künstliche Intelligenz ist für uns schon fast alltäglich geworden. Wir unterhalten uns mit unserem Smartphone, fahren mit selbstfahrenden Autos und stellen so viele persönliche Daten mehr oder weniger freiwillig im Internet zur Verfügung, dass Unternehmen wie Google, Facebook & Co. unser nächstes Bedürfnis mit schlafwandlerischer Sicherheit voraussagen können. Aber all diese künstliche Intelligenzen stellen in ihrer Leistung nur einen erbärmlichen Abklatsch der Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns dar. Der große Traum der interdisziplinären Neurowissenschaften ist daher die Nachbildung des menschlichen Gehirns in speziellen Computern, um damit die erste wirkliche, bewusste künstliche Intelligenz zu erschaffen.

Zurzeit ist das alles allerdings noch Grundlagenforschung, aber es stecken handfeste Zukunftsvisionen dahinter. Einerseits werden uns die Erkenntnisse aus diesen Projekten helfen, mechanische Prothesen, z.B. nach einer Amputation so an das Gehirn anzubinden, dass die Funktion wieder vollständig hergestellt werden kann. Andererseits steht aber auch der Geist selbst im Zentrum der Forschung, denn in einigen Jahrzehnten soll es nach Meinung der führenden Wissenschaftler möglich sein, das komplette Bewusstsein eines Menschen zu digitalisieren und in einem künstlichen Neuronalen Netz abzulegen. Damit wäre eine virtuelle Unsterblichkeit erreicht und der menschliche Geist könnte körperlos weiterbestehen.

Wenn es jemals soweit kommen sollte, wird sich jedoch die Frage stellen, wie das Bewusstsein ohne den gewohnten Körper auskommen wird. Einen kleinen Hinweis darauf geben uns die Erfahrungen von Menschen, die aufgrund eines tragischen Unfalls ein oder mehrere Gliedmaßen verloren haben. Denn grundsätzlich scheint sich das Gehirn an einen solchen Umstand gewöhnen zu können, auch wenn diese Personen ab und an unter Phantomschmerz oder Juckreiz leiden. Aber ein lebenswerter Zustand wird ein Bewusstsein ohne einen Körper sicher nicht sein. Wir werden uns also Gedanken machen müssen, wie wir dieses künstliche Gehirn mit einer sensorischen Umgebung ausstatten können, bis hin zu komplexen Simulationen einer vollständigen Umwelt. Die Matrix rückt also näher…

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